c't Retro 2018
S. 56
Praxis & Wissen
Teletext mit dem Raspi
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Teleticker

Teletext auf dem Raspberry Pi generieren

Teletext war einst die schnellste Möglicheit, Informationen in Textform an ein breites Publikum zu verteilen. Mit einem Raspberry Pi erzeugen Sie selbst Teletext mit eigenen Inhalten, beispielsweise den Newsticker von heise online.

Lange bevor die Betreiber der Kabelfernsehnetze auf die Idee kamen, ihre Infrastruktur für den Versand von Datenpaketen zu nutzen, verschickten die Fernsehsender digitale Informationen über das Sendesignal – die Geschichte des Teletexts startete mit dem Angebot „Ceefax“ der BBC im Jahr 1974 in Großbritannien. 1980 begannen dann ARD und ZDF mit ihrem gemeinsamen Angebot „Videotext“. Den Begriff Teletext vermied man wegen der Verwechslungsgefahr mit dem Teletex-Fernschreiber. Auch mit dem Aufkommen des Internets verschwand der Dienst in Deutschland nicht in der Bedeutungslosigkeit. Die Pioniere der BBC stellten Ceefax dagegen 2012 zusammen mit der Umstellung auf Digitalfernsehen ein. Insbesondere Sportinteressierte in Deutschland schätzen die Angebote, die private und öffentlich-rechtliche Sender weiterhin senden und rufen zum Beispiel Bundesliga-Livestände ab. Anders als im Internet gibt es im Teletext kein Tracking und niemand kann nachvollziehen, wer welche Seite gelesen hat. Die meisten Sender bieten aber inzwischen auf ihren Webseiten zusätzlich eine Teletext-Emulation im Browser oder als App an (siehe ct.de/yw46), die das originale Bedienkonzept nachahmen und die gleichen Inhalte anzeigen.

Weil einige bastelfreudige und nostalgische BBC-Zuschauer nicht auf die pixeligen Informationen verzichten wollten, entwickelten sie eine Software, um echten Teletext mit dem Raspberry Pi zu generieren. Ohne zusätzliche Hardware versorgen Sie einen handelsüblichen Fernseher mit dem heise-online-Newticker oder binden Familienmitglieder ohne Mobiltelefon und Computer an die Telegram-Familiengruppe an.