c't 2/2020
S. 108
Test & Beratung
Threadripper-Mainboards
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Threadripper Super Deluxe

Üppig ausgestattete Mainboards für Ryzen Threadripper 3000

Mainboards für AMDs neue High-End-Prozessoren ermöglichen es, extrem leistungsstarke Desktop-Rechner mit 32 und mehr CPU-Kernen zu bauen. Sie nehmen mehrere Grafikkarten und schnelle SSDs auf und sind die ersten Boards mit USB 3.2 Gen 2x2 und Wi-Fi 6.

Mit dem Ryzen Threadripper 3000 hat AMD nicht nur die Performance bei Desktop-Prozessoren auf ein beeindruckend hohes Level gehoben, sondern auch die Plattform komplett überholt. Die dritte Generation der High-End-CPUs benötigt jedoch neue Mainboards mit der Fassung sTRX4 und dem Chipsatz TRX40. Dafür gibt es aber eine Menge aktueller Funktionen und schneller Schnittstellen wie PCI Express 4.0, USB mit 20 GBit/s und 10-GBit-Ethernet.

Für den Test haben wir vier TRX40-Mainboards ausgewählt: Asrock TRX40 Creator, Asus ROG Zenith II Extreme, Gigabyte TRX40 Aorus Master und MSI Creator TRX40. Sie nehmen jeweils acht Speichermodule, also bis zu 256 GByte DDR4-RAM auf. Zur weiteren gemeinsamen Ausstattung gehören vier PEG-Slots für Grafikkarten, mindestens 6 × SATA 6G sowie drei oder mehr M.2-Steckplätze für NVMe-SSDs. Alle getesteten Mainboards tragen zwei Netzwerkbuchsen sowie ein WLAN-Modul, das nach dem neuesten Funkstandard 802.11ax (Wi-Fi 6) arbeitet.

Wandlerschaltungen mit 8 oder 16 Phasen liefern genug Energie, damit die Threadripper-CPUs mit 280 Watt Thermal Design Power auch übertaktet stabil laufen. Auf allen Testkandidaten sitzen zudem die inzwischen obligatorischen Anschlüsse für RGB-LED-Leuchtstreifen. Mehr Nutzwert bieten Diagnose-Displays, die bei Bootproblemen helfen, die Ursache auf CPU, RAM, Grafikkarte oder den Massenspeicher einzugrenzen.

Die umfangreiche Ausstattung lassen sich die Hersteller ordentlich versilbern, denn die Preise liegen zwischen 480 und 780 Euro. Damit richten sich die TRX40-Mainboards an Hardware-Enthusiasten sowie professionelle und semiprofessionelle Nutzer, die beispielsweise fürs Rendering mehrere Grafikkarten einsetzen; PC-Hersteller bezeichnen diese Zielgruppe neuerdings als Creators.

PCIe-Flaschenhals ade

Mit Threadripper 3000 und dem TRX40-Chipsatz hat AMD bei der High-End-Plattform kaum einen Stein auf dem anderen gelassen: Alle 64 PCIe-Lanes der CPU plus die 24 des auch als Platform Controller Hub (PCH) bezeichneten Chipsatzes arbeiten nun im PCI-Express-4.0-Modus. Erste SSDs und Grafikkarten damit sind bereits erhältlich, wie zum Beispiel die Radeon RX 5700 (XT) und RX 5500 (XT). Die Schnittstelle ist abwärtskompatibel – Geräte mit älteren PCIe-Versionen laufen problemlos in TRX40-Mainboards.